Angemerkt: Supermärkte ohne Plastikmüll

Frankfurt, 8.7.2016 - Die Idee dahinter ist wirklich gut und passt in die Zeit: wie vor der Erfindung des SB-Supermarktes gehen oder fahren Sie mit dem Rad in den (Bio-)Tante Emma-Laden nebenan - bitte den SUV mal in der Garage stehen lassen - stecken sich vorher eine ziemlich grosse Zahl von unterschiedlichen wiederverschliessbaren Boxen, Flaschen, Flacons und sonst noch was in ihre/n - ja was eigentlich: Tasche, Rucksack, Überseekoffer - und schon kann es losgehen. Der Lebensmitteleinkauf! 

Naja, zumindest ist diese Form des Einkaufens bundesweit in rd. 30 Lebensmittel-Läden von Kiel bis Freising, von Mönchen-Gladbach bis Dresden inzwischen möglich und auch angesagt. 

Für Spontaneinkäufer gibt es Pfand- oder Kaufgefässe vor Ort, ebenfalls Papiertüten - die sind zumindest optisch ökologischer. 

Selbstverständlich möchte ich nicht dem sinnlosen Plastik-Umverpackungs-Hype das Wort reden - mit der Tendenz zu immer mehr Plastik- und immer weniger Warenanteil. 

Selbstverständlich möchte ich die Lebewesen in unseren Flüssen und Meeren davor bewahren, unseren Plastikmüll erst zu verschlingen, um dann daran zu verenden und letztlich die gesamte Nahrungskette mit den Kunststoff-Rückständen anzureichern. 

Selbstverständlich ist mir der Inhalt lieber als seine Verpackung. 

Selbstverständlich. 

Aber ist die verpackungslose Art des Einkaufens wirklich die Idealvorstellung? Ich gebe zu, dass ich damit hadere. 

Schnell nochmal nach der Arbeit etwas Obst, Gemüse oder auch Milchprodukte oder Eier kaufen - und ich habe mit ziemlicher Sicherheit weder Gefässe noch eine Tasche oder Tüte dabei. Dumm gelaufen? Ja - vielleicht müsste ich nur besser planen. 

Aber geht es denn nicht auch ein bisschen weniger puritanisch? 

Und kann uns hier ausnahmsweise nicht mal die Forschung und Industrie helfen? 

Rückstandslos abbaubare Folien, die ihrerseits aus kompostierbaren Abfällen entstanden sind. Natürlich lebensmittelecht und gesundheitlich unbedenklich. Geht nicht - gibt’s nicht, oder?

Moment - was brauche ich für morgen - Reis, Nudeln, Eier….

Liste der Unverpackt-Läden in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Und es geht doch schon - bei Edeka-Hieber im Südwesten

Mikroplastik - Gefahren für Flora und Fauna

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