Karstadt steigt bei dress-for-less ein - Stärkung der Online-Aktivitäten


Wien/Essen/Kelsterbach, 1.8.2016 - Spiegel, Wirtschaftswoche, dpa wie auch regionale und überregionale Zeitungen berichten übereinstimmend, dass die Karstadt-Muttergesellschaft, Signa-Retail mit Sitz in Wien, das seit Juni 2016 insolvente Mode-Outlet dress-for-less übernimmt, eine Online-Plattform mit Sitz im hessischen Kelsterbach. 

Damit dürften auch die rund 260 Arbeitsplätze bei dress-for-less weitgehend gesichert sein. 

Bislang fristen die Online-Aktivitäten der Signa-Retail-Gruppe ein Schattendasein, was sich mit dem Know-how-Einkauf erledigen sollte. Gleichzeitig bekommt Signa-Retail mit dem Deal eine eingespielte Logistik mit einem modernen, zentral gelegenen Lager-Standort in die Hand; ferner soll sich ein grosses Synergiepotential auch bei der Modekompetenz ergeben. 

Die Österreicher drücken aufs Tempo, sie möchten neben den traditionellen Aktivitäten im Warenhaus-Geschäft zügig ihr Online-Angebot professionalisieren und ausbauen. 

Erst im April 2016 hatte Signa die Mehrheit am Sportartikelportal Outfitter erworben. 

Für das laufende Jahr plant der Geschäftsführer von Signa-Retail und Karstadt-Chef Stephan Fanderl einen Internet-Umsatz von zusammen 140 Millionen Euro. 

Bei dress-for-less wird sich organisatorisch an der Spitze nichts ändern: Der bisherige Chef Antonio Gonzalo wird auch weiterhin als Geschäftsführer agieren. 

Das Unternehmen wurde bereits 1999 gegründet - in Internet-Jahren gerechnet also schon ein Oldtimer. 

Regionale Schwerpunkte des in 13 Ländern engagierten Unternehmens sind neben dem deutschen Heimatmarkt Österreich, die Schweiz und die Niederlande. 

Geschäftsmodell ist der Aufkauf von Ware aus Überproduktion, Restbeständen und Überproduktion - also das klassische Outlet - nur eben online. Aktuell umfasst die Produktpalette rund 12.000 Artikel.

Die Zustimmung des Bundeskartellamts und jene der Gläubigerversammlung zur Übernahme von dress-for-less durch Signa-Retail stehen aktuell noch aus.  

Der Zukauf fällt bei Karstadt in eine Phase des Aufbruchs. Fanderl hat einen Expansionskurs eingeschlagen, der nach einer langen Phase der Sanierung, Filialschliessungen und Stellenabbau endlich auch wieder die Eröffnung einer neuen Filiale vorsieht. 

In Berlin soll ein neues Karstadt-Haus in der Tegeler Gorkistrasse entstehen. Hier wird gerade ein mehrjähriges Projekt (Tegel Quartier) zur Stadtreparatur umgesetzt. Die neue Karstadt-Filiale soll am Standort ihrer Vorgängerin entstehen und ab 2018 die Funktion des Ankermieters in der Strasse übernehmen.  

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