Lidl startet im Dezember Online-Supermarkt


Neckarsulm, 25.10.2016 - Wer hätte das erwartet? Lidl wird im Dezember 2016 mit dem Online-Verkauf von Lebensmitteln beginnen. Damit überholt der Discounter, der zur Neckarsulmer Schwarz-Gruppe gehört, den amerikanischen Online-Riesen Amazon und dessen Lebensmittel-Lieferdienst „Fresh“. 

Dpa, Stern und Manager-Magazin berichten übereinstimmend über Lidls Digitalisierungs-Pläne.

Damit einher gehen massive Investitionen in den Ausbau des E-Commerce-Geschäfts von Lidl. Aktuell seien rund 1.000 Mitarbeiter in diesem Segment tätig (in der Tochter Lidl E-Commerce International GmbH). Neben dem Internet-Handel sind auch die Analyse von Kundendaten eine Schwerpunktaufgabe. Dreistellige Millionenbeträge investiere Lidl aktuell. Bislang setze Lidl im Internet v.a. mit Hardware rund 150 Millionen Euro um.

Kunden können demnach bald Lebensmittel (inklusive Tiefkühlprodukten), Obst, Gemüse sowie Getränke im Internet ordern und in einer Filiale ihrer Wahl abholen. Starten soll das Angebot in Berlin. Das Manager Magazin beruft sich dabei auf Unternehmenskreise. Das Schwesterunternehmen Kaufland testet seit wenigen Wochen einen Lieferservice in Berlin (mit geplanter Expansion nach Hamburg im Frühjahr 2017).

Ob die Verbraucher allerdings diese hybride Form des Einkaufens schätzen werden, bleibt abzuwarten. Denn wieviel bequemer wäre es, die online bestellten Lebensmittel direkt an die Haustür geliefert zu bekommen - und die Wasserkästen oder Windelpakete in den 5. Stock? Vielleicht fallen dagegen die Zeitersparnis und das Vermeiden von Schlangen an der Filialkasse gar nicht so sehr ins Gewicht?

Laut Stern werden aktuell lediglich ein Prozent des Gesamtumsatzes von 150 Milliarden Euro im Internet verdient. Ganz vorne dabei: Wein. Das könnte sich Studien zufolge bis 2020 allerdings drastisch ändern: Prognosen beim Online-Umsatz von Lebensmitteln gehen von bis zu 20 Milliarden Euro aus.

Deutschlandweit setzt Rewe die Convenience-Strategie beim Online-Shopping von Lebensmitteln am konsequentesten um - hier wird die Internet-Bestellung direkt an die Haustür der Kunden geliefert. Dafür fallen bis zu Euro 5,90 Liefergebühren an. So dürfte das aktuelle Geschäft mehr Rewes Wettbewerbsvorteil und Marktanteil als dem Erwirtschaften von Gewinnen dienen.

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