Niedrigzinsphase fördert auch in Deutschland Investitionen in Fachmarkt-Zentren

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Quelle: European Retail Park Development Report, August 2016, von Cushman & Wakefield


London, 23.8.2016 - In der aktuellen Niedrigzins-Phase sind Investoren laufend auf der Suche nach neuen Assetklassen, sprich Anlagemöglichkeiten. 

Dabei stehen Fachmarkt-Zentren nach Einschätzung der Studie „European Retail Park Development Report“ des Immobiliendienstleisters Cushman & Wakefield ganz oben auf der Einkaufsliste. 

Allein in Deutschland wurden demnach 2015 acht neue Fachmarkt-Zentren mit jeweils mehr als 50.000 Quadratmeter Fläche eröffnet - vom ehemaligen Güterbahnhof im südhessischen Bensheim bis zum Saalbach-Center in Bruchsal. 

Laut Cushman & Wakefield stehen bis Ende des Jahres 2017 weitere 6-8 Zentren vor der Eröffnung - i.d.R. kleinere Projekte; allerdings auch das 26.000 Quadratmeter grosse Zentrum Am Sandloch in Ludwigshafen-Rheingönheim. 

Spezifisch für die deutschen Fachmärkte ist deren starke Ausrichtung auf Lebensmittel(discounter) wie Aldi und Lidl und Drogerieprodukte - sie dienen häufig der Nahversorgung in Gebieten, wo der innerstädtische bzw. siedlungsnahe Handel schon stark ausgedünnt oder umgekehrt in neue Wohngebiete noch gar nicht „eingezogen“ ist. 

Addiert man die Flächen der Fachmarkt-Zentren deutschlandweit, so halten wir mit einem Wert von 8,5 Millionen Quadratmeter einen Anteil von rund 20 Prozent an den westeuropäischen Fachmarkt-Zentren-Flächen (GB ca. 10 Millionen Quadratmeter, Frankreich rund 6 Millionen Quadratmeter) und damit Rang zwei. 

Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin des „Handelsimmobilien Report“ in der aktuellen Ausgabe Nr. 228 dazu: 

„ Angesichts der nicht allzu großen Projekt-Pipeline in dieser Kategorie in Deutschland, die auch auf das restriktive Planungsrecht gerade bei großflächigen Handelsimmobilien in peripheren Lagen zurück zu führen ist, könnte das Angebot an neuen Objekten auch künftig knapp bleiben. Die entscheidende Rolle spielen hierzulande deshalb Objekte mit Wertsteigerungspotenzial, zumal die restriktive Genehmigungspraxis den Wert und Schutz dieser Bestandsobjekte erhöht.“

Zudem steigen aber auch die Kundenansprüche in Bezug auf die Qualität der Fachmarkt-Zentren - „Ambiente, Aufenthaltsqualität und Freizeitgestaltung.“ Gesucht werden zudem hochwertige gastronomische Angebote und kostenlose Parkmöglichkeiten - eben ein One-Stop-Shopping. 

Steigt jedoch der allgemeine Qualitätsstandard von Fachmarkt-Zentren, so konkurrieren diese auch stärker mit klassischen Einkaufszentren und innerstädtischen Lagen. In der Folge werden sie auch für Textildiscounter wie C&A, H&M oder Zara interessant. 

Gewährsmann Ruth Vierbuchens für diese Markteinschätzungen ist Martin Supple, EMEA-Out of Town Retail Partner bei Cushman & Wakefield. Er sieht auch gute Chancen für „höherwertige Lebensmittel-Konzepte und Bio-Supermärkte“. Aktuell fänden Investoren und Mieter in Fachmarkt-Zentren noch niedrige Mieten vor - bei flexibler Flächengestaltung und  hervorragender Logistikstruktur. 

Die zitierte Studie sieht aber mit dem Investment in neue Fachmarkt-Zentren auch

 „die Möglichkeit, neue Formate und Konzepte zu testen. Auch Freizeit- und Unterhaltungsanbieter sind als Mieter interessiert. Entsprechend ist die Entwicklungspipeline gut gefüllt und bestehende Retail Parks verzeichnen steigende Frequenz und sinkenden Leerstand.“ 

Deutschlandweit engagiert sich v.a. die Metro Group mit ihrer Tochter MEC Metro ECE Centermanagement in diesem Segment als Investor und Entwickler.


Download des 16-seitigen Reports in englischer Sprache

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