Retter des Einzelhandels?


Quelle: Gründerszene.de - „Shoppen“-Entwickler Timo König und Max Zähringer (von links)


Köln, 27.6.2016 - Wir berichten ja fast täglich vom zermürbenden Kampf etablierter Einzelhändler gegen die Online-Riesen Amazon, Zalando - und wie sie alle heissen mögen. Auf den ersten Blick eine Frage der Zeit, bis sich durch steigende Mieten, sinkende Kundenfrequenz und damit auch schrumpfende Umsätze und Gewinne der letzte stationäre Laden nicht mehr rentieren wird. 

Aber deshalb gleich aufgeben?

Gründerszene.de stellt zwei junge Kollegen vor, Timo König und Max Zähringer, die dem Ladensterben etwas entgegensetzen möchten. 

Sie haben das Hauptproblem vieler Händler erkannt, nämlich deren mangelnde Affinität zu Online-Themen. Die meisten dieser Händler wüssten zwar, dass sie ihre Produkte neben dem Geschäft auch online anbieten müssen, um überleben zu können, haben aber keinen Schimmer, wie, kein Geld, keine Zeit oder eben Angst vor dem Thema Online. 

Mit ihrer App „Shoppen“ sollen auch kleine und mittlere Einzelhändler ihre Produkte einfach im Internet verkaufen können. Idee dahinter: 

„Über ein Management-Tool können Händler ihre Waren online einstellen und verwalten, vertrieben werden die Produkte dann über die „Shoppen“-App oder über den Browser. Soweit der Plan. Im August geht’s los.“

Das Tool soll sich ohne technisches Know-how bedienen lassen - auch Oma Zähringer musste deshalb als Crashtest Dummy ran. 

Nach der Bestellung über die App soll die Ware innerhalb von 90 Minuten zum Preis von Euro 7,20 ausgeliefert werden. Hier mache sich die Zusammenarbeit mit einem externen Kurierdienst bezahlt, der auf Sofort-Lieferungen spezialisiert sei - und auch die kompletten Versandkosten einstreicht. 

Knaller: Falls der Kunde die Ware an- oder ausprobieren möchte, ist eine Gratis-Wartezeit nach der Anlieferung von zehn Minuten im Lieferpreis enthalten - jede weitere Minute kostet dann 50 Cent. Geschickt genutzt, geht die Retoure gleich zurück - und spart den Kunden so den beliebten Gang auf’s Postamt bzw. die Annahmestelle des Paketdienstes. 

Klar, finanziell muss sich das Ganze auch für die Newcomer rechnen: 

„Finanzieren will sich das Startup über eine Provision, die pro Verkauf eines Artikels von den kooperierenden Händlern gezahlt wird. Hinzu kommt ein Abo-Modell: Nach dem ersten, kostenfreien Jahr würden pro Monat zwischen 25 und 45 Euro für die Händler anfallen. Bisher haben die beiden Gründer nach eigenen Angaben etwa 40 Händler akquiriert.“

Neben der reinen Online-Shop-Funktion für die teilnehmenden Händler hat „Shoppen“ aber noch einige Schmankerl parat: Der Nutzer kann sehen, welche Geschäfte in der Nähe sind und welches Sortiment diese anbieten. So lässt sich ein aktives Routing der Kunden auf deren Shopping-Tour realisieren. Auch sollen die Kunden via Push-Nachrichten von Händlern informiert werden können - z.B. über aktuelle Angebote oder Highlights. 

Seit 2013 basteln die beiden Gründer nun an der Lösung - im August 2016 soll das Ganze in Köln starten. 

Im Vergleich zu bereits bestehenden Angeboten (z.B. Hierbeidir im von Kölnern so beliebten Düsseldorf), sehen die Kölner ihre Lösung aber als umfassendes Tool für Händler und Kunden an. 

Falls „Shoppen“ in Köln einschlägt, ist eine Expansion in die 20 grössten deutschen Städte denkbar.

“Bis dahin kann auch Zähringers Oma das Tool weiter nutzen. Die schickt dem Gründer über ihren Test-Account Pushnachrichten auf sein Handy. Unter den fiktiven Rabatt-Angeboten steht dann zum Beispiel, Zähringer solle sie doch mal anrufen.“

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