Ver.di - Amazon wird wieder bestreikt

Streikende vor dem Amazon-Versandzentrum Bad Hersfeld (Quelle: Osthessen-News)


Bad Hersfeld/Rheinberg/Werne, 20.6.2016 - Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat die Mitarbeiter in den Amazon-Versandhandelszentren Rheinberg und Werne erneut zum Streik aufgerufen. 

Der Ausstand begann mit der montäglichen Frühschicht und soll bis zum Ende des Spätdienstes am Dienstag dauern, so ver.di in einer Pressemitteilung.

Tim Schmidt, ver.di-Sprecher, verlangte, dass Amazon sich endlich mit der Gewerkschaft an einen Tisch setzen solle. 

Zuletzt folgten dem Aufruf in Werne rd. 500 Amazon-Mitarbeiter. Ein Unternehmenssprecher von Amazon konnte zur aktuellen Beteiligung an den Streiks noch keine Zahlen nennen - auch vom Ausstand in Rheinberg wisse man noch nichts.

Erfahrungsgemäss seien es jedoch nur sehr wenige Beschäftigte, die dem Streikaufruf ver.dis folgten; Lieferzeiten seien nicht gefährdet. 

Seit Jahren geht es in dem immer wieder aufflammenden Konflikt zwischen ver.di und dem Online-Händler um die Einstufung der Amazon-Beschäftigten in den Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels. Hier würden dann den Mitarbeitern bspw. 30 bezahlte Urlaubstage gewährt sowie ein Urlaubsgeld von zur Zeit 1.212 Euro.

Die Webseite Osthessen-News zitiert in diesem Zusammenhang die für Bad Hersfeld zuständige Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke:

„Jeder Tag mehr an Erholungsurlaub ist bei der körperlich sehr belastenden Arbeit wichtig und dient der Gesundheit. Amazon Beschäftigte wollen sich in ihrem Urlaub auch etwas leisten können und habe ein Urlaubsgeld verdient. Ein 'Tapetenwechsel' in Form einer Urlaubsreise sollte drin sein. Bei dem monatlichen Verdienst, der für die langjährig beschäftigten Versandmitarbeiter in Bad Hersfeld bei 2.000 Euro Brutto liegt, ist es kaum möglich, für eine Urlaubsreise etwas zurückzulegen“.

Bislang lehnt Amazon dieses Verhandlungen mit ver.di ab und entlohnt seine Leute nach den für diese ungünstigeren Bedingungen der Logistikbranche. Dennoch lägen die Löhne laut Amazon am oberen Ende der branchenüblichen Skala.

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